Der Golem
Ein phantastisches Bühnenerlebnis
nach dem Roman von Gustav Meyrink
Mit seinem Roman „Der Golem“ aus dem Jahr 1913 schuf Gustav Meyrink eines der bekanntesten Werke deutscher Phantastik. Verbrämt mit jüdischer und esoterischer Mystik entwirft er ein groteskes Bild des Prager Ghettos und der Golem-Sage, das mehr gemein hat mit einem Alptraum Kafkas als mit der Realität:

Prag, irgendwann zwischen Traum und Erwachen. Im Zentrum der Handlung steht Athanasius Pernath, ein Mensch, der mit seinem Leben zutiefst unglücklich ist, sich aber doch nicht aufraffen kann, daran etwas zu ändern. Er gleicht damit, wie so viele, dem seelenlosen Golem, jenem ungeschlachten und unfreien Geschöpf aus alten jüdischen Legenden. Erst als ihn eines Tages der leibhaftige Golem besucht, erkennt Pernath, dass er eine Wahl hat. Im Folgenden begibt er sich auf eine Wanderung durch die schiefen und krummen Gassen des Prager Ghettos und begegnet Menschen, die zweifelhafte Entscheidungen getroffen haben und damit hadern, getrieben sind, sich selbst hassen. Es entwickelt sich eine verknotete Mischung aus Kriminalgeschichte, Liebesdrama und Identitätssuche, die vor den Augen des Publikums abläuft wie ein rätselhafter Traum oder eine expressionistische Vision.
Pernaths Hoffnung: Jemanden zu finden, dem er sich anvertrauen kann, und mit sich selbst gänzlich ins Reine zu kommen – wie der mystische Hermaphrodit.
»Die Suche des Athanasius Pernath nicht als Roman, sondern als fantastisches Bühnenspektakel: Ein tolles Darsteller-Team zeigt in der Theaterwerkstatt „Der Golem“. […] Was für ein Theaterabend! Es [das Publikum] war soeben Zeuge eines sinnlichen Bühnenspektakels geworden, das man in der Würzburger Privattheaterlandschaft in dieser Intensität lange nicht mehr erlebt hat. Das liegt vor allem am sprecherisch und spielerisch ausgezeichneten […] Darsteller-Team. Die nahtlosen, oft unmerklichen Übergänge zwischen den Figuren verlangen vom Publikum höchste Konzentration. […] Besser dran ist, wer nicht nach rationalem Sinn sucht, sondern sich einfach auf die mysteriöse, düstere, undurchsichtige Atmosphäre einlässt, die durch Benedikt Issings kongeniale Lichtgestaltung und Musikauswahl, sowie Markus Rakowskys asymetrisch-schräge Bühne ausgelöst wird. Verantwortlich für diese spektakuläre, alle Sinne ansprechende Inszenierung sind die beiden Theatermacher Johannes Lukas Kern und Jannik Pitt. […] Ein faszinierendes, intensives Spiel.« – Manfred Kunz, Main-Post Würzburg


