Das hündische Herz

Moskau um 1920: Der berühmte Chirurg Professor Filipp Filippowitsch Preobraschenski nimmt den Straßenhund Lumpi bei sich auf und transplantiert ihm, im Rahmen eines Experiments, die Hirnanhangdrüse und Hoden eines kürzlich verstorbenen Alkoholikers und Kleinkriminellen. Wider Erwarten überlebt der Hund den Eingriff und nimmt zunehmend menschliche Züge an: Aus dem Straßenköter Lumpi wird der neue Mensch Lumpikow, welcher sich allerdings als gefährlicher Widerling entpuppt: Er flucht, säuft, stiehlt, belästigt Frauen und verkehrt mit Kommunisten, denen der proletarierfeindliche Professor schon lange ein Dorn im Auge ist.

 

Michail A. Bulgakow (1891-1940) gehört zu den bekanntesten russischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und ist in Deutschland vor allem durch seinen epochalen Roman Der Meister und Margarita berühmt. Seine satirische Novelle Hundeherz (bzw. Das hündische Herz) steht in der Tradition klassischer Tierdichtung (Äsop, Krylov, La Fontaine), die soziale Missstände enthüllt und menschliche Verhaltensweisen verspottet. Gleichzeitig greift Bulgakow das Thema des künstlichen Menschen (Faust II, Frankenstein, etc.) auf und verbindet es mit beißendem Spott über den „neuen proletarischen Menschen“.


 

Übersetzung und Bühnenfassung von Alexander Nitzberg
Recht: Drei Masken Verlag, München